Vorfreude auf das diesjährige Schreibexil

12. August 2013 § Ein Kommentar

Am Feiertag geht’s los. Dann bin ich wieder für 1,5 Wochen mit lieben Freunden im Exil am Land. Der Vorwand der ganzen Aktion: Möglichst viel schreiben und Kreativität atmen. Hauptziel 1: Mit ganz tollen Menschen eine super Zeit verbringen. Nebenziel 1: Gut essen. Nebenziel 2: Es gemütlich haben. Ich gehe von einer hundertprozentigen Zielerreichung aus.

Aber natürlich habe ich auch meine Ambitionen, was das Schreiben betrifft. Nachdem mein Romanwerkl in den vergangenen Monaten brachgelegen ist (dafür habe ich die eine oder andere Kurzgeschichte verfasst), möchte ich die Zeit nutzen, hier wieder richtig reinzufinden. Und darauf freue ich mich schon. Ich habe meine armen Protagonisten viel zu lang allein gelassen. Das ist nicht gut, da kommen sie nur auf dumme Ideen.

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Zum Welttag des Buches

23. April 2013 § Hinterlasse einen Kommentar

Heute ist der Welttag des Buches. Nachdem ich meine erste Pflicht erfülle, nämlich allen hier laut zuzurufen: „Nehmt euch wieder mal ein Buch in die Hand, ihr Vielleser und Wenigleser, taucht ein in eine Geschichte, ob lang oder kurz, oder erfahrt mehr aus der Welt aus Sachbüchern und Fachliteratur – aber lest!“, möchte ich noch ein paar grundsätzliche Gedanken aufwerfen zu Büchern und dem Lesen an sich. Ich stelle einfach mal die provokante Frage in den Raum: Brauchen wir überhaupt noch weitere Bücher?

Jedes Jahr erscheint eine Unmenge neuer Bücher im Buchmarkt. Und in Zeiten der e-Books und des damit verbundenen einfachen Weges des Selfpublishing wird die Zahl mit Sicherheit nicht abnehmen. Vor Jahren habe ich einmal die Zahl der Neuveröffentlichungen im deutschsprachigen Buchmarkt innerhalb eines Jahres gefunden. Ich möchte mich nicht darauf festnageln lassen, aber wenn mich mein Gedächtnis nicht im Stich lässt, dann lag die Zahl irgendwo bei 80.000 herum. 80.000 Neuerscheinungen! Jedes Jahr! Wer soll das, bitteschön, überhaupt noch überblicken? Ist das nicht zu viel?

Meine Erfahrung ist: Je mehr man liest und je mehr man kennt, desto mehr kennt man nicht. Man entdeckt die Lücken. Selig sind da manchmal die Wenigleser, die alle paar Monate mal zu einem Buch greifen und sich dann an der Bestsellerliste orientieren (können). Wer differenzierter vorgehen will und nach seinem persönlichen Gusto auswählt, hat oft die Qual der Wahl. Zu viel Interessantes liegt dann auf den Stapeln, noch viel mehr Interessantes, ganze Welten tun sich in den Regalen auf, unscheinbare kleine Bändchen, lieblos hineingestopft zwischen Brown und Coelho. Das will alles entdeckt werden. Das will alles gelesen werden. So viele Bücher, so wenig Zeit!

Insofern erscheint die Eingangsfrage durchaus berechtigt zu sein. Sind das nicht zu viele Bücher? Sind wir nicht völlig ausreichend damit beschäftigt, das zu lesen, was es schon gibt? Wozu dann jedes Jahr noch zigtausende neue Bücher herausbringen, wenn nur ein kleiner Promillesatz überhaupt die Aufmerksamkeit einer breiteren Masse erregt? Und warum zum Geier bin ich der Meinung, selbst noch von mir Geschriebenes zu dieser ganzen Flut beitragen zu müssen? Ist das nichts anderes als reine Ego-Pflege?

Nun, vielleicht ist es das. Andererseits sind die Geschichten da, und sie wollen aufgeschrieben werden. Ein Autor ist immer der Knecht seiner Geschichten. Er fügt sich, er leidet und schwitzt bis zum bitteren Ende und die Geschichte endlich fertig ist, er kann gar nicht anders. Natürlich müssen viele Geschichten nicht unbedingt geschrieben werden, denkt man sich als Leser, und bei manchen wäre es sogar besser gewesen, sie wären nie geschrieben worden. Doch in dem Moment, in dem der Autor an seinem Schreibtisch, im Garten, wo auch immer sitzt, und die Geschichte in seinen Computer, auf seine Schreibmaschine hämmert oder mit Krämpfen in den Fingern aufs Papier kratzt, in dem Moment muss die Geschichte geschrieben werden. Sie drängt hinaus, sie will in die Welt gesetzt werden, so klein die Welt manchmal auch sein mag.

Muss alles, was geschrieben wird, auch veröffentlicht werden? Nein, das wohl nicht. Aber es ist trotzdem schön, dass es da ist. Als Leser kann man wählen, und auch wenn es manchmal echten Schweiß kostet, in dem riesigen Zuckerwarenladen namens Buchhandlung die richtig guten Süßigkeiten auszuwählen und jene, die einfach nur die Zähne verkleben, zur Seite zu lassen, bin ich dennoch froh, dass ich diese Möglichkeit habe. Und jede neue Geschichte hat ihre Berechtigung. Sie hat sich ihren Weg, ihren Autor, gefunden, um in die Welt zu gelangen. In dieser Weise sind Geschichten wie neue Menschen auf diesem Planeten. Mit welchem Menschen ich nun rede und mit welchem nicht, welches Buch ich lese und welches nicht, das kann immer noch ich selbst entscheiden. Aber schön, dass ihr alle da seid. Herzlich willkommen!

Schreibexil 2012 Leogang – ein wehmütiger Rückblick

20. Mai 2012 § 7 Kommentare

Nun bin ich also wieder zurück, der letzte Exilant unseres Kreises, der den Heimweg gefunden hat. Müde schleppe ich mich mit Sack und Pack die Treppen hoch, schlurfe in meine Wohnung, die mich aus traurigen Bücherregalen blöd anglotzt, und frage mich, warum die Zeitmaschine immer noch nicht erfunden ist. Ich will wieder zurück!

Die letzten beiden Wochen mit Victoria, Claudia, Philipp, Steffi, Tanja, Mascha, Gabi und Pebo (nicht zu vergessen natürlich Nora und Madame Grisou) waren so etwas von legendär, dass man sie kaum in Worte fassen kann (ja ja, ein Armutszeugnis für einen Möchtgern-Schriftsteller). Danke euch allen für diese geniale Zeit! Dass ich meinen 30er in eurer Runde verbringen durfte, war dann noch das Sahnehäubchen!

Zwei Wochen sind nun also zu Ende, zwei Wochen, die

  • wunderbare Texte,
  • gruselige Robin-Hood-Filme,
  • gemütliches Beisammensitzen,
  • spannendes Vorlesen,
  • produktive Text- und Plotarbeit,
  • wandernde Schriftsteller,
  • eingeschneite Ponys,
  • nasse Hunde,
  • gemeingefährliche Busch-Hindernisse,
  • mitreißende Pärchenromantik,
  • hektische Koch-Sessions,
  • verbranntes Grillgut,
  • leckere Salate,
  • lange Abende,
  • herzzerreißende Abschiede und
  • überraschende Perspektiven

gebracht haben. Keine einzige Minute davon möchte ich missen. Es bleibt der Trost, dass ich nächstes Jahr mit diesen lieben Menschen wieder ins Exil gehen darf. Und ich stelle fest: Manchmal fühlt sich ein Exil wie Heimat an.

Von Irland aus ins Exil

6. Mai 2012 § Ein Kommentar

Es ist – endlich – wieder soweit! Was ich letztes Jahr im August eine Woche lang gemacht habe, habe ich nun zwei Wochen lang: Ich bin ein Exilant! Konkret: Ich habe mich mit einigen ganz lieben Menschen in ein beschauliches Häuschen zurückgezogen, wo ich mich zwei Wochen lang inspirieren lasse und schreibe, was die Fingerspitzen hergeben. Die Atmosphäre könnte nicht besser sein: Wir sind in einem alten Bauernhaus aus dem 17. Jahrhundert untergebracht in einem kleinen Örtchen im Pinzgau zwischen den Bergen. Nebenan fließt ein Bach, ich sitze gerade am offenen Fenster und höre ihn rauschen. Jeder von uns hat sein eigenes Appartement, in meinem Fall mit zwei Zimmern und insgesamt 5 Betten – ein Paradies für Schlafwandler! – und eigenem Bad sowie einer Kochnische, dazu gibt es jede Menge netter Aufenthaltsräume, wo man sich zusammenrotten und quatschen kann, einen schönen Garten, es ist ruhig, friedlich, inspirierend. Und natürlich ist die Gesellschaft allerfeinst. Ich bin mit genau jenen Menschen hier, mit denen ich in einem Schreibexil sein möchte. Ein wunderbares Kontrastprogramm nach drei Tagen Dublin, die auch wunderbar waren (mehr davon vielleicht später), aber jetzt komme ich so richtig runter, schüttele den Alltag ab, und kann mich endlich in aller Ruhe dem Schreiben widmen, das viel zu lange viel zu kurz gekommen ist.

Hier noch Ausblicke aus meinem Fenster:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und hier mein Appartment:

 

 

 

 

 

 

Mühsam & Eichhörnchen usw.

9. Oktober 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Die Zeit kann manchmal so fürchterlich zeitintensiv sein, wie ich in den vergangenen Wochen feststellen musste. Nicht nur, dass ich meinen Blog vernachlässigt habe (wenigstens sprießt hier kein Unkraut), auch zum Schreiben an meinem Roman hatte ich kaum Zeit und Gelegenheit. So bastle ich derzeit wirklich Satz für Satz zusammen, hier mal ein Wörtchen, dort ein paar Satzfetzen. Wenn ich zwei Seiten an einem Wochenende schaffe, kann ich mir schon auf die Schulter klopfen. ABER: Es geht dennoch voran. Beharrlich beiße ich mich fest. Ich jongliere gedanklich beständig mit Sätzen und Ideen. Ich strukturiere, überprüfe, schaufle herum. Das alles dient dem Zweck, denn auch wenn ich derzeit kaum etwas zu Papier bringe, so werden viele Ideen und Gedanken, die zuvor noch fröhlich, aber ziellos herumgeflattert sind, nun langsam mit dem Käscher eingefangen und ordnungsgemäß abgelegt. Und es wird auch wieder Zeiten geben, die nicht von 60-Stunden-Arbeitswochen und ähnlichen Stressprogrammen geprägt sind. Dann flutscht es aber so richtig!

Schreibexil – ein Fazit

2. August 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Um bei meinem Roman-Ding endlich weiterzukommen, verbrachte ich die vergangenen 6 Tage mit meinen lieben Kolleginnen Claudia Toman und Kerstin Pflieger samt deren vierbeinigem Anhang im Schreibexil in Seitzersdorf-Wolfpassing. Für alle, die das nicht kennen: Das ist bei Hausleiten. Für alle, die das nicht kennen: Das ist in der Nähe von Stockerau. Für alle, die das nicht kennen: Lernt’s doch mal ein bisserl Geographie!

Leider verging die Zeit viel zu schnell. Noch bedauerlicher war die kurzfristige Abreise von Kerstin samt ihren beiden Vierbeinern. Ein Problem mit dem Auto, und als Schlittenhunde waren die beiden mitgebrachten Hündinnen nicht zu gebrauchen – die eine zu betagt, die andere zu klein. So düste Kerstin bereits am Montag zurück nach Deutschland mit einem Auto, das die weite Wegstrecke wohl nur dank guter Zurufe und einiger Stoßgebete überstand. Nun mehr zu zweit und ohne unserer genialen Chefköchin schlugen wir uns die vergangenen beiden Tage durch, wobei es uns dank Claudias Fähigkeit, für lodernde Stimmung zu sorgen, ganz ausgezeichnet dabei ging. Anfang August rechnet man zwar nicht unbedingt damit, aber das Kaminfeuerchen war trotzdem sehr nett und entfachte wohl auch die eine oder andere gute Idee. Da wir nach Kerstins Abreise selbst für uns sorgen mussten, wurde daneben auch noch der kulinarische Ehrgeiz angeheizt. So hätte man, wenn man nur dabei gewesen wäre, in den vergangenen Tagen zwei eingefleischte Mikrowellen- und Zustellservice-Städter beim kunstvollen Hantieren in der Küche sehen können. Die dabei zustande gebrachten Resultate konnte man sogar essen.

Soweit also zu den Fortschritten auf diesem Gebiet. Wie sieht es aber nun mit dem eigentlichen Grund für mein Exilantentum aus, der Arbeit am Roman? Ich kann gleich vorweg schicken: Meine Erwartungen wurden weit übertroffen. Denn sinnigerweise kam ich ohne Erwartungen an. In der Absicht, jede Zeile zu zelebrieren (man muss die Feste und Alliterationen feiern, wie sie fallen), konnte ich mich tatsächlich bis auf 40 Seiten hochstemmen. Ein paar Seiten sind zugegebenermaßen aus dem Erstversuch, den ich vor einigen Wochen ja entnervt zur Seite gelegt habe, übernommen und modifiziert, doch der weitaus größere Teil ist tatsächlich neu. Vor allen Dingen habe ich hier im Schreibexil zwei wichtige Dinge gefunden, die für das Werkl dringend nötig waren: Eine neue Erzählhaltung (Perspektive, Zeitform) sowie einen neuen Schauplatz samt spannender Nebenhandlung, die mir die Geschichte gut durchlüftet und einiges an Kolorit reinbringt. Auch eine neue Struktur hat an die Tür geklopft und wurde für gut befunden. Die Idee existierte zwar schon länger als grober Entwurf, doch erst hier hatte ich Zeit und Muße, um sie abzuwägen und einzubauen. Insofern darf ich mit dem Fortschritt der letzten 6 Tage absolut zufrieden sein.

Fazit: Ich bin sehr froh, dass ich mich zu dieser kleinen Auszeit am Land entschlossen habe, auch wenn es nur eine Woche war. Aus dieser Woche habe ich jedoch einiges ziehen können, und nicht nur, was das Schreiben betrifft. Vor allen Dingen habe ich nämlich auch mit Claudia, Kerstin und Peter Bosch, der am Wochenende unser Gast war, drei ganz liebe Leute kennen- bzw. besser kennenlernen dürfen. Ich hoffe sehr darauf, dass es nächstes Jahr eine Wiederholung geben wird. Dann gerne auch für zwei Wochen.

Schauplätze

24. März 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Ein spannender Teil des Schreibens ist das Entdecken der Schauplätze. Zwar spielt der Großteil meines Romans, an dem ich arbeite, in Wien und somit auf (einigermaßen) bekanntem Terrain, doch gibt es eben auch andere Schauplätze – und nicht alle davon kenne ich persönlich. So schreibe ich aktuell an einem Kapitel, das in Brasilien spielt. Google Earth, Google Street View, Wikipedia und verschiedenen Reiseportalen sei Dank, dass ich mich dort einigermaßen zurecht finde. Das Schöne daran ist, dass man mit dem Entdecken neuer Schauplätze selbst auf Reisen geht – zumindest gedanklich. Hier wird also mein Roman spielen:

  • Wien (wie gesagt, der Großteil)
  • Boston und Umgebung (ein wichtiger Nebenschauplatz)
  • Innsbruck (zumindest ein Kapitel)
  • Belo Horizonte (ein Teil des Brasilien-Kapitels)
  • Ouro Preto (der andere, größere Teil des Brasilien-Kapitels)
  • New York City (steht noch nicht ganz fest, aber wahrscheinlich ein Teil eines Kapitels)

Mal schauen, welche Orte ich auf meiner Reise noch entdecke.

Wo bin ich?

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