Die Gefährten: Salman Rushdie

11. September 2013 § Hinterlasse einen Kommentar

Es ist mal wieder Zeit für einen Gefährten. Diesmal: Salman Rushdie. Mit ihm bzw. seinem Buch „Des Mauren letzter Seufzer“ verbindet mich eine besondere Geschichte. Und ich halte ihn nach wie vor für den großartigsten Autoren des magischen Realismus unserer Zeit (sorry, Haruki Murakami).

Was ich von ihm gelesen habe:
Der Boden unter ihren Füßen
Des Mauren letzter Seufzer
Die bezaubernde Florentinerin
Die satanischen Verse
Grimus
Harun und das Meer der Geschichten
Midnight’s Children
Osten, Westen
Scham und Schande
Shalimar der Narr
Wut

Was ich sonst noch von ihm lesen möchte:
Luka und das Lebensfeuer

Mein Lieblingsbuch:
Des Mauren letzter Seufzer

Warum genau dieses:
Mit „Des Mauren letzter Seufzer“ verbindet mich eine besondere Geschichte. Ich hatte gerade meine Matura erfolgreich gemacht. Von meinem Klassenvorstand, der mich in Mathematik und Deutsch unterrichtete (in Mathematik war er brillant, an Deutsch hingegen hing sein Herz – durch ihn habe ich Thomas Mann und die „Buddenbrooks“ kennengelernt), bekam ich einen Gutschein für eine Buchhandlung zum guten Erfolg. Ich hatte damals eine sehr ausgeprägte Stephen King-Phase, las alles von ihm, was ich in die Finger bekommen konnte. Und klar, ein Teil des Gutscheins ging für den neuesten Stephen King-Roman weg. Aber dann stand ich in der Buchhandlung, und ich dachte mir, dass ich den anderen, übrig gebliebenen Teil aus Respekt vor meinem Klassenvorstand in etwas literarisch Hochwertigerem anlegen sollte. Unschlüssig fuhr ich mit meinem Finger die Buchrücken entlang, überfordert vom dem großen Angebot, den vielen Namen. Dann stieß ich auf Salman Rushdies „Des Mauren letzter Seufzer“. Von Rushdie hatte ich schon mal gehört, also nahm ich das Buch aus dem Regal und las die erste Seite. Und es war klar, dass ich dieses Buch haben musste. Ich nahm es in den Urlaub nach Kroatien mit, wo ich in den trägen Nachmittagsstunden auf dem Zimmer oder der Terrasse in eine geheimnisvolle Welt versank, die nach frischen Gewürzen duftete und in der alles möglich schien. In diesem Buch fand ich einen Schlüssel in eine andere Welt: in jene der Literatur. Und was soll ich sagen? Diese Welt wurde zu meiner Heimat.

Und warum Rushdie:
Rushdie wird wegen „Des Mauren letzter Seufzer“ immer einen besonderen Platz in meinem Wohnzimmer haben. Aber auch ohne Sentimentalitäten halte ich ihn für einen der besten Schriftsteller unserer Zeit. Er ist nicht immer brillant, das nicht, aber all seine Zeilen vibrieren geradezu vor Magie, jene der hellen Sorte, die auf Schmetterlingsflügeln angeflattert kommt. Durch ihn habe ich eine Ahnung vom modernen Indien bekommen, und ich weiß nun, dass wir manchmal alle das Gleiche träumen.

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Die Gefährten: Paul Auster

26. Juli 2013 § Hinterlasse einen Kommentar

Heute stelle ich wieder einen meinen Gefährten vor: Paul Auster. Er begleitet mich noch nicht so lange wie manch andere Autoren, bei weitem nicht so lange wie beispielsweise Ray Bradbury, aber in den letzten Jahren hat er seinen Fixplatz in meinem Bücherregal gefunden. Ich lese ihn ausschließlich auf Englisch – eine kleine Marotte von mir. Bei Autoren, die ich zum ersten Mal auf Englisch gelesen habe, bleibe ich auch dabei. Austers Prosa ist klar und präzise genug, dass auch ein in der Sprache nicht ganz sattelfester Leser wie ich nicht vom Pferd fällt.

Was ich von ihm gelesen habe:
In the Country of Last Things
Invisible
Man in the Dark
Mr. Vertigo
Oracle Night
The Book of Illusions
The Brooklyn Follies
The New York Trilogy
Travels in the Scriptorium

Was noch auf dem Stapel ungelesener Bücher liegt:
Timbuktu

Was ich sonst noch von ihm lesen möchte:
Leviathan
Moon Palace
Sunset Park
The Invention of Solitude
The Music of Chance

Mein Lieblingsbuch:
The Book of Illusions

Warum genau dieses:
Paul Auster zeichnet in „The Book of Illusions“ auf grandiose, spannende Weise den Lebensweg eines in Vergessenheit geratenen und spurlos verschwundenen Stummfilmstars der 20er Jahre nach und verknüpft diese Geschichte virtuos mit der Selbstfindung eines depressiven Universitätsprofessors, der alles verloren hat im Leben. Es ist ein zutiefst berührender Roman, der gleichermaßen komisch wie traurig, skurril wie lebensnah ist.

Und warum Auster:
Ich habe mein Herz an die Postmoderne verloren. Paul Auster ist zwar nicht mein absoluter Liebling dieser literarischen Strömung, aber ein ungemein vielseitiger, interessanter Autor, dem es immer wieder gelingt, mich aufs Neue zu überraschen. Nicht alle Bücher sind von gleichbleibend hoher Qualität – so haben mich „In the Country of Last Things“, „Travels in the Scriptorium“ oder auch seine viel gepriesene „New York Trilogy“ eher enttäuscht, aber grandiose, extrem lange nachhallende Werke wie „The Book of Illusions“, „The Brooklyn Follies“ oder „Mr. Vertigo“ machen das mehr als wett. Bei diesen Büchern beginnt etwas in mir im Gleichklang mit den Zeilen zu schwingen, und das Leben erscheint plötzlich gleichzeitig klarer wie geheimnisvoller. Klarer in seiner Konzentration auf die Eckpfeiler Liebe, Sinnsuche und Tod, geheimnisvoller in den Facetten, in denen diese drei Eckpfeiler zu schillern beginnen.

Die Gefährten: Ray Bradbury

18. Juli 2013 § Hinterlasse einen Kommentar

Den Beginn meiner neuen Rubrik macht einer der Autoren meines persönlichen Triumvirates (Ray Bradbury, Max Frisch und J.M. Coetzee – meine drei Hauptgötter des Olymps). Ray Bradbury begleitet mich schon sehr lange, weshalb es nicht mehr allzu viel von ihm gibt, das ich noch nicht gelesen habe. Und da er leider letzten Sommer im Alter von 91 Jahren verstorben ist, bin ich wohl schon so ziemlich am Ende meiner bradbury’schen Neuentdeckungen angekommen. Ab nun heißt es: Erneut lesen, immer und immer wieder.

Was ich von ihm gelesen habe:
A Pleasure to Burn
Ahmed and the Oblivion Machines
Dandelion Wine
Das Böse kommt auf leisen Sohlen
Das Kind von morgen
Death is a lonely business
Der illustrierte Mann
Der Katzenpyjama
Der Tod kommt schnell in Mexico
Die Mars-Chroniken
Die Mechanismen der Freude
Fahrenheit 451
Familientreffen
Farewell Summer
Friedhof für Verrückte
From the Dust Returned
Geisterfahrt
Green Shadows, White Whale
Lange nach Mitternacht
Let’s all kill Constance
Now and Forever
One more for the Road
Quicker than the Eye
The Golden Apples of the Sun
The Halloween Tree
We’ll Alway Have Paris
Zen in der Kunst des Schreibens

Mein Lieblingsbuch:
Fahrenheit 451

Warum genau dieses:
Ray Bradburys Fahrenheit 451 ist für mich das Buch der Bücher: Ein Buch eines Buchliebhabers über die Liebe zu Büchern, geschrieben für Buchliebhaber. Ein wortwörtlich flammendes Plädoyer für das Lesen und für die Fantasie.

Und warum Bradbury:
Ray Bradbury ist immer der neugierige Junge aus Waukegan, Illinois, geblieben, der Halloween nicht abwarten kann, weil da Dinge passieren, der im Spätsommer barfuß durch die Weizenfelder läuft, die, von der Abendsonne rot beschienen, sich plötzlich auf dem Mars zu befinden scheinen, der durch Keller stöbert auf der Suche nach Abenteuern und Überlebenden längst versunkener Tage und der immer auf der Seite des Weißen Wals war.

Neue Rubrik: „Die Gefährten“

18. Juli 2013 § Hinterlasse einen Kommentar

Um diesen Blog mit noch etwas mehr Content zu füllen (und da ich ohnehin allzu gern über Bücher und Autoren schwafle), gibt es ab sofort eine neue Rubrik, die meinen Lieblingsschriftstellern gewidmet ist. Von Zeit zu Zeit stelle ich euch Autoren vor, die mich besonders beeindruckt haben, und bei denen ich hängengeblieben bin. Das heißt natürlich, dass ich mehr als eines ihrer Bücher gelesen habe und mir zumindest einen ersten Überblick über ihr Werk verschaffen konnte. Jene Autoren, von denen es entweder noch nicht genug veröffentlichte Bücher gibt oder von denen ich einfach selbst noch zu wenig gelesen habe, die mir aber sehr zugesagt haben, werde ich irgendwann mal in einem separaten Artikel vorstellen.

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