Buch der Woche: Fjodor M. Dostojewski – Schuld und Sühne

2. Mai 2013 § 2 Kommentare

Mein Buch der Woche ist diesmal einer der ganz großen Klassiker der Literaturgeschichte: „Schuld und Sühne“ von Dostojewski (gelesen in der Übersetzung von E.K. Rahsin von 1906). 4 Monate habe ich daran gelesen, immer wieder mit Unterbrechungen, da der Stoff doch einiges abverlangt vom Leser und es manchmal nicht ganz einfach ist, den moralphilosophischen Dialogen, die sich teils über ganze Kapitel erstrecken, zu folgen. Aber letzten Endes hat sich der Aufwand gelohnt. „Schuld und Sühne“ ist ein Buch, das mich lange begleiten wird, dessen bin ich mir sicher.

Den Inhalt hier wiederzugeben würde den Roman arg reduzieren, insofern verweise ich an dieser Stelle lieber auf einschlägige Portale wie Wikipedia. Das Grundthema das Romans ist hingegen im Titel schon angerissen, wenngleich manche auch die neue Übersetzung „Verbrechen und Strafe“ von Svetlana Geier als passender finden. So ganz umreißen aber weder die Titel „Schuld und Sühne“ noch „Verbrechen und Strafe“ das Thema zur Gänze. Ja, es geht um Schuld, es geht um ein Verbrechen, es geht um die Strafe, die darauf folgt (jene aus dem eigenen Gewissen heraus wie auch die durch die gesellschaftlichen Normen und Gesetze auferlegte), und es geht auch um Sühne, ganz am Ende im Epilog. Im Grunde ist der Roman allerdings ein komplexer Ritt durch die Abgründe der menschlichen Seele, durch alle Verirrungen und Verwirrungen, derer sie fähig ist. Am Horizont wartet die Erlösung, aber bis dahin ist es ein weiter Weg.

Ich denke mal, dass viele den Roman bereits kennen, aber wer ihn noch nicht kennt, könnte diese Empfehlung vielleicht als Anstoß nehmen, doch einmal diesen ganz großen Klassiker, der trotz seiner 150 Jahre auf dem Buckel immer noch frisch und gültig wirkt, zu lesen.

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§ 2 Antworten auf Buch der Woche: Fjodor M. Dostojewski – Schuld und Sühne

  • Eine sehr gediegene und kompakte Zusammenfassung des Romans, der ich in allen Punkten zustimmen kann – mit einer Ausnahme:
    „Am Horizont wartet die Erlösung, aber bis dahin ist es ein weiter Weg.“
    Die „Lösung“ des Buches, die ja Raskolnikows Erlösung, über den von Sonja gewiesenen Weg darstellt, empfand ich selbst für Dostojewski zu plakativ. Davon aber abgesehen (auch wenn genau dieses Ende vermutlich Dostojewskis größte Intention gewesen ist 😉 betrachte auch ich Schuld und Sühne als recht gelungen. So hält sich hier die inhaltliche Überfrachtung noch im Rahmen, was man von den Brüdern Karamasow nur schwerlich behaupten kann.

    • Hallo,

      vielen herzlichen Dank für Ihr nettes Feedback. Und ja, ich gebe Ihnen Recht, plakativ ist das Ende wohl, aber dennoch auch passend, finde ich.

      Die Brüder Karamasow muss ich im Übrigen erst noch lesen. Allein der Umfang lässt ja schon mal das erwarten, was Sie mit „inhaltliche Überfrachtung“ bezeichnet habe. Andererseits mag ich gelegentlich überfrachtete Romane sehr gern.

      Viele Grüße

      Thomas Mühlfellner

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