Sweet dreams …

12. Juni 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Nichts Ungewöhnliches dabei, aber ich habe schon immer wieder recht bizarre und absurde Träume mit hohem Realitätsgefühl, die mich dann noch länger beschäftigen – nicht auf unangenehme Weise, sondern weil ich selbst fasziniert darüber bin, welchen Schrott mein Gehirn produzieren kann, wenn ich mal kurz nicht darauf aufpasse. Und immerhin sind auch schon sehr brauchbare Ideen für Geschichten oder zumindest Szenen daraus entstanden.

Von gestern auf heute war es mal wieder soweit mit einem seltsamen Traum, an den ich mich auch nach dem Aufwachen noch erinnern konnte. Hier der Traum:

Zunächst einmal bin ich zusammen mit meinen Eltern in der alten Wohnung meiner verstorbenen Großeltern bzw. ist es eine Wohnung, die sich wie die Wohnung meiner Großeltern anfühlt. (Grundsätzliches hier: Ich bin NIE an erinnerten, mir bekannten Orten, sondern an – um es mir Borges zu sagen – Archetypen dieser erinnerten Orte.) Die Fenster sind gekippt, und da ich weiß, dass draußen gefährliche Käfer (!) lauern, schließe ich alle Fenster. In einem Zimmer, dem ehemaligen Schlafzimmer meiner Großeltern (bzw. dem Archetypen dieses Schlafzimmers) komme ich zu spät. Über dem halb offenen Fenster hat sich eine Traube hässlich brauner Käfer gebildet. Mit Schaudern schließe ich die Tür in der Absicht, diese nie wieder zu öffnen. Dieses Zimmer ist verloren.

Kurz darauf befinde ich mich allerdings zusammen mit meinem Vater wieder in diesem Raum, keine Ahnung, warum. Einige Käfer sitzen auf dem Arm meines Vaters, ich wische sie voller Ekel hinweg und flüchte gemeinsam mit ihm aus dem Zimmer. Doch einen Käfer haben wir übersehen. Dieser nistet sich unter meiner Haut ein, wird auf diese Weise Teil meines Körpers. Und ich sehe mich selbst plötzlich in einer anderen Perspektive, in der dritten Person. Ich sehe, wie ich mit dem Käfer unter meiner Haut lebe, wie ich neben meinem Vater an der Promenade eines Flusses oder am Meer in einer sonnigen Stadt (Dundee vielleicht) entlang spaziere und mir es der Käfer unter meiner Haut ermöglicht, die Sprache des Landes, in dem ich mich befinde, zu verstehen und zu sprechen. In Anlehnung an Douglas Adams: Dieser Käfer ist für mich zu einer Art Babel-Käfer geworden.

Cut.

Der Käfer ist weg, stattdessen bin ich mit meinen Eltern in einem Zoofachhandel und stehe vor den Aquarien. Ich erinnere mich, dass ich früher als Kind einmal selbst ein Aquarium hatte, ein 160-Liter-Becken. Und ich hätte gerne wieder eines. Zwar habe ich kaum Geld mehr am Konto, aber noch 100 Euro in der Tasche, und dieses Geld will ich nun für Fische und Aquarienzubehör ausgeben. Das Becken selbst habe ich dabei (eh klar, man schleppt ja für gewöhnlich ein 160-Liter-Becken mit sich herum). Meine Eltern wollen mir den Kauf ausreden, aber ich bleibe hartnäckig. Fast wahllos fischt mir ein Angestellter des Zoofachhandels ein paar Fische aus den Becken, ein paar größere, ein paar kleinere, kein Einziger davon wirklich hübsch anzusehen. Graue und braune Allerweltsfische mit großen Glupsch-Augen. Ich erinnere mich, dass ich auch Pflanzen für das Becken benötige, also zupft der Angestellte aus einem Nebenraum, der an einen Abstellraum erinnert, ein paar Pflanzen aus, die er mir einpackt. Eine schöne Holzwurzel, unter der sich die Fische verstecken könnten, führt dieses Geschäft nicht, also kaufe ich einfach ein paar hässliche Steine. Das alles kostet mich in etwa mein ganzes restliches Geld, aber ich bin glücklich, denn ich habe nun ein Aquarium. Nur das Problem mit der Pumpe muss ich noch lösen, denn die alte Pumpe, die sich noch in meinem Besitz befindet, funktioniert nicht mehr wirklich. Aber auch dafür wird sich eine Lösung finden. Ich bin pleite, aber ich habe Fische.

Und an dieser Stelle bin ich aufgewacht.

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