Schreibexil – ein Fazit

2. August 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Um bei meinem Roman-Ding endlich weiterzukommen, verbrachte ich die vergangenen 6 Tage mit meinen lieben Kolleginnen Claudia Toman und Kerstin Pflieger samt deren vierbeinigem Anhang im Schreibexil in Seitzersdorf-Wolfpassing. Für alle, die das nicht kennen: Das ist bei Hausleiten. Für alle, die das nicht kennen: Das ist in der Nähe von Stockerau. Für alle, die das nicht kennen: Lernt’s doch mal ein bisserl Geographie!

Leider verging die Zeit viel zu schnell. Noch bedauerlicher war die kurzfristige Abreise von Kerstin samt ihren beiden Vierbeinern. Ein Problem mit dem Auto, und als Schlittenhunde waren die beiden mitgebrachten Hündinnen nicht zu gebrauchen – die eine zu betagt, die andere zu klein. So düste Kerstin bereits am Montag zurück nach Deutschland mit einem Auto, das die weite Wegstrecke wohl nur dank guter Zurufe und einiger Stoßgebete überstand. Nun mehr zu zweit und ohne unserer genialen Chefköchin schlugen wir uns die vergangenen beiden Tage durch, wobei es uns dank Claudias Fähigkeit, für lodernde Stimmung zu sorgen, ganz ausgezeichnet dabei ging. Anfang August rechnet man zwar nicht unbedingt damit, aber das Kaminfeuerchen war trotzdem sehr nett und entfachte wohl auch die eine oder andere gute Idee. Da wir nach Kerstins Abreise selbst für uns sorgen mussten, wurde daneben auch noch der kulinarische Ehrgeiz angeheizt. So hätte man, wenn man nur dabei gewesen wäre, in den vergangenen Tagen zwei eingefleischte Mikrowellen- und Zustellservice-Städter beim kunstvollen Hantieren in der Küche sehen können. Die dabei zustande gebrachten Resultate konnte man sogar essen.

Soweit also zu den Fortschritten auf diesem Gebiet. Wie sieht es aber nun mit dem eigentlichen Grund für mein Exilantentum aus, der Arbeit am Roman? Ich kann gleich vorweg schicken: Meine Erwartungen wurden weit übertroffen. Denn sinnigerweise kam ich ohne Erwartungen an. In der Absicht, jede Zeile zu zelebrieren (man muss die Feste und Alliterationen feiern, wie sie fallen), konnte ich mich tatsächlich bis auf 40 Seiten hochstemmen. Ein paar Seiten sind zugegebenermaßen aus dem Erstversuch, den ich vor einigen Wochen ja entnervt zur Seite gelegt habe, übernommen und modifiziert, doch der weitaus größere Teil ist tatsächlich neu. Vor allen Dingen habe ich hier im Schreibexil zwei wichtige Dinge gefunden, die für das Werkl dringend nötig waren: Eine neue Erzählhaltung (Perspektive, Zeitform) sowie einen neuen Schauplatz samt spannender Nebenhandlung, die mir die Geschichte gut durchlüftet und einiges an Kolorit reinbringt. Auch eine neue Struktur hat an die Tür geklopft und wurde für gut befunden. Die Idee existierte zwar schon länger als grober Entwurf, doch erst hier hatte ich Zeit und Muße, um sie abzuwägen und einzubauen. Insofern darf ich mit dem Fortschritt der letzten 6 Tage absolut zufrieden sein.

Fazit: Ich bin sehr froh, dass ich mich zu dieser kleinen Auszeit am Land entschlossen habe, auch wenn es nur eine Woche war. Aus dieser Woche habe ich jedoch einiges ziehen können, und nicht nur, was das Schreiben betrifft. Vor allen Dingen habe ich nämlich auch mit Claudia, Kerstin und Peter Bosch, der am Wochenende unser Gast war, drei ganz liebe Leute kennen- bzw. besser kennenlernen dürfen. Ich hoffe sehr darauf, dass es nächstes Jahr eine Wiederholung geben wird. Dann gerne auch für zwei Wochen.

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