Idee für eine Geschichte

29. Juni 2009 § 2 Kommentare

Eine attraktive Frau in ihren mittleren Jahren (Anfang, Mitte 40) und ein junger Mann (Mitte, Ende 20) mit aufstrebender Karriere, die ihm soziale Kontakte im privaten Kreis erschwert.

Die Frau befindet sich in einer Notsituation, der Mann lädt die Frau, ohne sie zu kennen, zu sich nach Hause ein. In einem großmütigen (und wenig durchdachten) Moment bietet der Mann der Frau an, dass sie bei ihm wohnen könne, quasi zur Untermiete, ohne dass sie allerdings Miete zahlen müsse. Einzig allein häusliche Pflichten obliegen ihr. Der Mann erhofft sich durch die Anwesenheit der Frau (neben der Erledigung lästiger häuslicher Angelegenheiten) ein Ende seiner sozialen Verkümmerung (da er nun jemanden hat, mit dem er reden kann nach einem anstrengenden Tag). Die Frau weiß, dass sie aufgrund ihrer finanziellen Notlage nicht in der Lage wäre, eine eigene Wohnung zu beziehen und erhofft sich, neben dem ersparten Geld für die Miete nun auch die Zeit und Ruhe zu finden, um ihre Probleme in den Griff zu bekommen.

Die beiden treffen eine Vereinbarung: Obwohl sie faktisch wie ein Paar zusammenleben und durch die räumliche Nähe auch zu einem gewissen Grad auf Privatsphäre verzichten müssen, soll das Zusammenleben eine reine Zweckgemeinschaft bleiben und nicht darüber hinaus gehen. Auch wenn hin und wieder erotische Spannungen in der Luft liegen, bleibt es bei der Wahrung der Distanz. Was sie allerdings nicht kontrollieren: Dass sich beide mehr und mehr in eine seelische und emotionale Abhängigkeit voneinander begeben (die zum Teil auch verletzende Züge annimmt, wenn der Mann versucht, die Notlage der Frau auszunutzen um sie klein zu halten und die Frau ihrerseits ihre Lebenserfahrung gegen den Mann einbringt und ihm die Verkümmerung seiner sozialen Kontakte vor Augen hält). Erschwerend kommt hinzu, dass keiner der beiden dem Umfeld die Situation dieser Lebens- oder Zweckgemeinschaft erklären kann aufgrund der Befürchtung, durch den Altersunterschied gesellschaftliche Konventionen zu verletzen. So bleibt ein unausgesprochenes Spannungsfeld, das sich entlädt, als die Eltern des Mannes, die bis dato nichts von dieser Gemeinschaft wissen, eines Tages zu Besuch kommen. Am Ende erkennen die beiden die Abhängigkeit voneinander, können einerseits nicht entscheidend aufeinander zugehen und die gesellschaftlichen Konventionen ignorieren (v.a. der Mann fürchtet um seine berufliche Reputation), andererseits aber sind sie so sehr aufeinander angewiesen, dass sie sich nicht trennen können. Die Frau würde aus finanzieller Not endgültig in den Abgrund stürzen, der Mann würde endgültig emotional und sozial verkommen.

Die Frage ist nun: Kann eine solche Geschichte gut ausgehen, ohne dass sie kitschig wird? Oder läuft alles auf ein dramatisches Ende hinaus, bei dem beide Protagonisten vom jeweils anderen besiegt zurückbleiben, verstört, gebrochen, vor dem Trümmerhaufen des Lebens stehend? Wohin kann Abhängigkeit führen?

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