Best of 2006

23. Dezember 2006 § Hinterlasse einen Kommentar

Wenn ich schon einen Jahresrückblick gemacht habe, dann darf auch ein Best of 2006 nicht fehlen. Best of Bücher, Best of Kinofilme und Best of CDs, die ich mir in diesem Jahr zugelegt habe. Denn Bücher, gute Filme und gute Musik machen einen erheblichen Teil meiner Freizeit aus. Und vielleicht kann ich auf diese Weise andere auf den Geschmack bringen.


Best of Bücher

1. Daniel Glattauer – Gut gegen Nordwind
Sehr spritzig geschrieben, ein Roman in e-Mails und der Inhalt ist schön romantisch, ohne aber zu süß zu werden. Anspruchsvolle Unterhaltung, hat mich voll und ganz mitgerissen. So schön kann österreichische Literatur sein.

2. Jostein Gaarder – Das Orangenmädchen
Wundervoll. Eines von den Büchern, die das Leben verändern können. Die klare Botschaft: Konzentriert euch auf das Wesentliche. Konzentriert euch auf das Hier und Jetzt!

3. Thomas Pynchon – Mason & Dixon
Schwere Kost, an der ich zeitweise auch ordentlich genagt habe, aber allein die Wahnsinnssprache von Pynchon hält den Leser bei Laune. Eine bizarre Vermischung aus Geschichte und Fiktion.

4. Sepp Mall – Landschaft mit Tieren / unter / Sträuchern hingeduckt
Der faszinierendste Lyrik-Band, den ich heuer gelesen habe (und Lyrik habe ich dieses Jahr eine Menge gelesen). Ein eher unbekannter südtiroler Lyriker, von dem ich hoffe, dass er den Durchbruch noch schafft.

5. Thomas Glavinic – Carl Haffners Liebe zum Unentschieden
Ein faszinierendes Portrait des österreichischen Schachmeisters Carl Schlechter (im Buch: Carl Haffner), der gegen Emanuel Lasker fast die Weltmeisterschaft gewonnen hätte. Eindringliche Charakterzeichnung eines Menschen, der nicht gewinnen kann.

6. Robert Schneider – Schlafes Bruder
Genial. Inmitten einer dörflichen Szene spielt sich ein großes Drama ab und Robert Schneider seziert mit genauem Blick das dörfliche Leben. Eines der Bücher, das man gelesen haben muss.

7. Michail Bulgakow – Der Meister und Margarita
Eine bitterböse Satire auf den stalinistischen Kommunismus. Der Teufel kommt nach Moskau und richtet dort allerlei Unheil an, wobei er die Menschen nach Lust und Laune gegeneinander ausspielt indem sich deren Verderbtheit bedient.

8. Marlen Haushofer – Die Wand
Haushofers Hauptwerk, in der eine Frau, die sich unvermutet in den Bergen in einer Hütte wiederfindet, die von einer unsichtbaren Mauer umgeben ist, genau ihre Lage aufzeichnet. Sehr detailgetreu, mitreißend und gegen Ende verstörend.

9. Kenzaburo Oe – Eine persönliche Erfahrung
Das persönlichste Werk des Nobelpreisträgers, in dem er beschreibt, wie er die Entscheidung treffen muss, ob er seinen neugeborenen Sohn, der schwer behindert auf die Welt kommt, sterben lassen oder um sein Leben kämpfen möchte.

10. Pedro Salinas – Gedichte
Ein zweiter Dichter, der mich nachhaltig beeindruckt hat. Die Auswahl der Gedichte, die im Suhrkamp-Verlag erschienen ist, beinhaltet vor allem Liebesgedichte, die aber von Zerrissenheit und Angst gekennzeichnet sind.


Best of CDs

1. Radiohead – Hail to the Thief
Ich habe Radiohead erst in diesem Jahr für mich entdeckt, dafür aber umso intensiver. Ihr aktuellstes Studioalbum ist meiner Meinung nach auch ihr bestes – besser noch als das sensationelle „OK Computer“.

2. Pearl Jam – Pearl Jam
Ein neues Album meiner Lieblingsband? Klar, das muss man haben. Und wenn man dann auch noch auf einem Konzert von Pearl Jam in Wien ist, dann ist die Welt einfach wunderbar.

3. Nine Inch Nails – With Teeth
Auch so eine Band, auf die ich erst heuer gestoßen bin. Wunderbares Album und als Einstieg in die Welt der NIN bestens geeignet, da es sehr eingängig ist. „The Downward Spiral“ habe ich mir mittlerweile auch zugelegt, ebenso gut, aber weil „With Teeth“ mich erst auf NIN gebracht hat, steht das in der Liste.

4. Radiohead – OK Computer
Ein Meilenstein der Musik und neben Nirvanas „Nevermind“ so ziemlich das Album der 90er. Mein erstes Radiohead-Album heuer und es hat bewirkt, dass ich mir innerhalb kürzester Zeit alle Radiohead-Alben zugelegt habe.

5. HushPuppies – The Trap
Das Debut der jungen Franzosen, die mit wunderbar eingängigen Melodien und dabei aber dennoch frisch, knackig und ordentlich nach vorne drauf los rocken. Bin schon sehr gespannt, was die in Zukunft aus dem Zylinder zaubern.

6. Ben Harper – Both Sides of the Gun
Ein fast schon geniales Doppelalbum – eines sehr ruhig mit zartbitteren Melodien, das andere eher straightforward mit zum Teil auch einen Spur von Aggressivität. Gospel, Folk, Blues und Rock werden zu einem einzigartigen Stil verwoben.

7. Radiohead – The Bends
Noch mal Radiohead, noch mal genial. „High and Dry“ ist wohl einer der meistgehörten Songs in diesem Jahr für mich. Noch nie so ein Gespür für Songarrangements gehört wie auf dieser Platte.

8. Neil Young – Greatest Hits
Die Greatest Hits des Altmeisters beschränken sich vor allen Dingen auf die 70er Jahre. Macht aber nichts, denn die Songs sind verdammt gut. „Down by the River“ gehört trotz einer Überlänge von über 9 Minuten zu den echten Ohrwürmern.

9. Hater – Hater
Lange gesucht, heuer endlich aufgetrieben: Das erste Album von Hater, einer Art Supergruppe, die sich rund um Ex-Soundgarden-Bassist Ben Shepherd versammelt. Was dabei rauskommt, ist total schräg, abgefahren und witzig.

10. Thom Yorke – The Eraser
Ach ja, erwähnte ich Radiohead schon? Jedenfalls brachte 2006 Thom Yorke, der Sänger und einer der Masterminds von Radiohead, sein Solodebut heraus. Etwas knackiger als die Radiohead-Alben der Jahrtausendwende, nicht ganz so knackig wie „Hail to the Thief“, aber auf eine eigene, persönliche Art ganz ausgezeichnet.


Best of Kinofilme

1. The Departed – Unter Feinden
Der letzte Film, den ich im Kino dieses Jahr gesehen habe, ist gleichzeitig auch meine Nummer 1. Der neue Scorsese-Film ist einfach brilliant und wenn man ihn noch nicht gesehen hat, dann ab ins Kino!

2. V wie Vendetta
Als Fan von Natalie Portman konnte ich mir diesen Film natürlich nicht entgehen lassen und ich wurde nicht enttäuscht. Der Film ist düsterer als andere Comicverfilmungen und wartet zudem mit einem sehr guten Inhalt auf, der einen lange beschäftigt.

3. Casino Royale
Entgegen aller Unkenrufe ist Daniel Craig ein verdammt guter James Bond und der Film an sich ist sehr gut gemacht. Man sieht das Werden des James Bond vom anfänglichen Brutalo, der unbeholfen viele Fehler macht zum Gentlemen-Spion. Sehr gute Action.

4. Good Night and Good Luck
Das Regiedebut von George Clooney geht ein langsames, fast gemächliches Erzähltempo, ist aber in sich sehr stimmig und politisch brisant. Dazu das geniale Spiel von David Straithairn, der die Oscar-Nominierung völlig zu Recht erhalten hat.

5. Thank You for Smoking
Eine bissige Satire über den Lobbyismus in den Vereinigten Staaten. Zwar sitzen nicht immer alle Pointen ganz sattelfest und manchmal ist der Film für eine Satire zu ernst, aber insgesamt funktioniert der Film, auch dank des großartigen Aaron Eckhardt, sehr gut.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Was ist das?

Du liest momentan Best of 2006 auf Thomas Mühlfellner.

Meta

%d Bloggern gefällt das: