Eine kleine Schöpfungsgeschichte

19. September 2006 § Hinterlasse einen Kommentar

18. September 2006, Schreibtisch

Der Regen prasselt und die Stadt
zieht leise flüsternd ihre Vorhänge zu.
Ein Scheuklappentag heute und ich habe vergessen,
in welcher Sprache man die Geister ruft.

Scheckig lacht sich das Weiß über mich.
Wie unschuldig es aussieht und dennoch;
wie dreckig es grinsen kann
aus dem Papierknäuel heraus.

Doch dann flackern vergangene Worte furchtsam auf,
hinter Wolkentürmen, schwach beseelt.
Zwar sind sie alt und grau geworden,
doch erstrahlen sie heut‘ in neuem Licht.
Sie zittern auf den Boden hinab
wo ich atemlos warte

und warte.

Ein Glitzern, ein Funkeln wie Perlen im Sommer
auf dem Weg in meine ausgestreckten Arme.
Kommt, meine Lieben, ins Warme,
an den Kamin, wo Leidenschaft brennt.

Und doch

verglüht das flackernde Licht und
die Nachtstund‘ bricht herein.

19. September 2006, Literaturhaus Salzburg

Ich habe leider kein Gedicht für euch.

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